Stadtforschung / Entwicklungshorizonte

Räume entwickeln, in denen Menschen leben und arbeiten möchten

Erste Priorität ist ein attraktives Wohn- und Arbeitsangebot für Menschen, die einen Umzug nach Wittenberg erwägen. MGA untersucht Raumqualität, Alltagsbedürfnisse und tragfähigen Betrieb gemeinsam. Eine kleine Erprobung binnen sechs Monaten schafft die Grundlage für die nächste Entscheidung.

Nachweis und Annahme

Weniger Einwohner, andere Bedürfnisse?

Die amtliche Prognose endet 2040. Eine getrennte Rechnung zeigt, wie empfindlich eine Zahl für 2050 auf eine angenommene jährliche Rate reagiert.

Einwohner: amtliche Prognose 2040 und hypothetische Rechnung 2050 Die amtliche Prognose für die Gesamtgemeinde beträgt 39.845 Einwohner im Jahr 2040. Bei einer angenommenen jährlichen Rate von minus 0,7 Prozent ergibt die getrennte MGA-Rechnung für 2050 37.142. Die gestrichelte Linie ist eine mathematische Extrapolation, keine amtliche Prognose. Einwohner / Gesamtgemeinde 0k 10k 20k 30k 40k 50k 39.845 37.142 2040 2045 2050 Jahr
2040: amtliche Prognose 2041–2050: MGA-Extrapolation

Eine offengelegte Annahme

−0,7 %
−1,5 %+0,5 %

Die voreingestellten −0,7 % sind eine Annahme von MGA. Sie sind keine amtliche Fortschreibung und keine errechnete Wirkung eines Szenarios.

2050 = 39 845 × (1 + r / 100)10

2050 / Ergebnis der Annahme37.142Einwohner, gerundet

Die Rechnung zeigt die voreingestellte Annahme. Mit aktiviertem JavaScript lässt sich die jährliche Rate verändern.

JahrEinwohnerGrundlage
204039.845Amtliche Gemeindeprognose
205037.142MGA-Annahme: −0,7 % pro Jahr nach 2040

Amtlicher Ausgangspunkt: 45.126 Einwohner 2023 als Istwert; 39.845 in der Prognose für 2040. Beide beziehen sich auf die Gesamtgemeinde, nicht auf einzelne Forschungsstadtteile.

8. Regionalisierte Bevölkerungsprognose, S. 42 (PDF S. 44)

Altersgruppen in der amtlichen Prognose 2040

Unter 20 Jahre
5.944
20 bis 66 Jahre
19.986
67 Jahre und älter
13.915

Diese Quelle setzt die Altersgrenze bei 67 Jahren. Die Gruppen sind nicht unmittelbar mit Diagrammen der Kategorie 65 und älter vergleichbar.

MGA-Untersuchungsmethode

Ein konkretes Angebot für Wohnen und Arbeiten in Wittenberg

Die amtliche Prognose für 2040 liegt um 11,7 % unter der Einwohnerzahl von 2023. Weniger Einwohner bedeuten bei sonst gleichen Bedingungen ein kleineres örtliches Nachfragepotenzial. Einkommen, Gäste, Einpendler und Einkaufsorte wirken ebenfalls darauf ein. Die Untersuchung betrachtet deshalb die Gesamtstadt und ihre regionalen Verbindungen.

Die Entwurfsaufgabe ist, geeignete Gebäude in besondere Wohnungen, nutzbare Arbeitsräume und gemeinsame Orte zu verwandeln. Tageslicht, zugängliche Eingänge, ruhiges Arbeiten und erreichbare Alltagsangebote werden zusammen mit dem finanziellen Vergleich untersucht. Der Vorschlag muss seinen Nutzern helfen und zum umliegenden Quartier passen.

Konkrete Wohnungen, Haushaltskosten und Gebäudebetrieb im Ortslabor rechnen

Drei Entwurfsansätze

Einen konkreten Ausgangspunkt wählen

Kultur und Alltagsangebote können ein Wohn- und Arbeitsangebot ergänzen. Jeder Vorschlag wird mit dem heutigen Zustand verglichen; die Bevölkerungsrechnung bleibt davon getrennt.

Welches Angebot macht einen Umzug nach Wittenberg attraktiv?

Das Angebot soll einen Umzug erleichtern und dauerhaft funktionieren. Besondere, zugängliche Räume sollen den Alltag verbessern und auch dem umliegenden Quartier zugutekommen.

Angebot entwickeln
Für einen bestätigten Gebäudebestand einen Vorschlag mit passender Wohnung, nutzbarem Arbeitsplatz und gemeinsamen Angeboten entwickeln. Mit dem heutigen Zustand und einer tatsächlichen Alternative in einer Vergleichsstadt abgleichen.
Alltagsnutzen und Kosten prüfen
Jeweils eigene Wohnflächen, Haushaltsbudget, Pendelzeit und Gebäudebetrieb vergleichen. Licht, Nutzbarkeit und Zugänge mit möglichen Nutzern prüfen. Anfragen, tatsächliche Nutzung und Rückmeldungen während einer kleinen Erprobung erfassen.
Umsetzung und Betrieb klären
Ein verfügbares Gebäude, vereinbarte Nutzung, Genehmigungen, verlässliches Internet, regionale Verbindungen und ein Betreiber. Budget und Kriterien für die Fortführung vor dem Versuch festlegen.

Die nächste EntscheidungNach sechs Monaten: fortführen, wenn Nachfrage, Raumqualität und tragfähiger Betrieb belegt sind. Andernfalls das Angebot anpassen oder die Erprobung beenden.

Kann ein ungenutzter historischer Ort Teil des heutigen Stadtlebens werden?

Leere historische Räume können Kultur, Herstellen, Lernen und Arbeiten aufnehmen. Ein konkreter Vorschlag muss aus dem aufgenommenen Bestand und bestätigten Bedürfnissen entstehen.

Angebot entwickeln
Reversible Probenutzungen, Eingänge und gemeinsame Räume vergleichen. Licht, Material und die Beziehung zum umliegenden Quartier aus einem aufgenommenen Bestand entwickeln.
Alltagsnutzen und Kosten prüfen
Nutzung zu vergleichbaren Zeiten, wiederkehrende Besuche, öffentliche Zugangszeiten und Rückmeldungen von Anwohnern und Nutzern erfassen. Betriebskosten mit einem tatsächlichen Betriebskonzept abgleichen.
Umsetzung und Betrieb klären
Bestätigter Gebäudezustand, Genehmigungen, Betreiber, zugängliche Wege und belegte Nachfrage. Kultur, Arbeitsplätze oder Wirtschaftlichkeit werden nicht als Ergebnis vorausgesetzt.

Die nächste EntscheidungWelcher Raum und welche Nutzung sollten vor einem dauerhaften Umbau erprobt werden?

Welches Angebot vor Ort würde den Alltag erleichtern?

Versorgung, Bildung, Betreuung und Begegnung werden zusammen mit ihren Verbindungen betrachtet. Eine gut vernetzte Straße allein sichert noch kein zugängliches Angebot.

Angebot entwickeln
Ziele, Eingänge und Öffnungszeiten bestätigen. Eine gesicherte Verbindung oder eine geänderte Nutzung mit dem bestehenden Zustand vergleichen.
Alltagsnutzen und Kosten prüfen
Modellierte Weglängen und die Zahl bestätigter Ziele innerhalb einer benannten Gehzeitannahme vergleichen. Ein Zwei-Kilometer-Kreis ist kein Gehzeiteinzugsgebiet. Barrieren und tatsächliche Nutzung vor Ort prüfen.
Umsetzung und Betrieb klären
Aktuelle Angebotsdaten, bestätigte Zugänge, ein offengelegtes Gehmodell und örtliche Rückmeldungen. Gelände und Barrieren benötigen eigene belastbare Nachweise.

Die nächste EntscheidungWelches fehlende Ziel oder welcher bessere Zugang verdient eine Untersuchung?

Vom Vorschlag zur praktischen Entscheidung

Entwickeln, erproben und nach sechs Monaten entscheiden

MGA schlägt dieses Programm ab dem Start einer vereinbarten Untersuchung vor. Es führt zu einer kleinen genehmigten Erprobung mit festgelegtem Budget, Verantwortlichkeiten und Bewertungskriterien. Ein dauerhafter Umbau erhält einen eigenen Planungs- und Genehmigungsablauf. Die Einwohnerhorizonte 2040 und 2050 bilden den langfristigen Rahmen.

  1. 1. Monat

    Den heutigen Vergleichsfall aufnehmen und Bedürfnisse möglicher Nutzer sowie der Nachbarschaft bestätigen. Einen verfügbaren Ort auswählen und das Ziel der Erprobung vereinbaren.

  2. 2.–3. Monat

    Das Angebot entwickeln. Tatsächliche Alternativen, Haushaltskosten und Betrieb vergleichen. Budget, Genehmigungen, Verantwortlichkeiten und Erfolgskriterien klären.

  3. 4.–6. Monat

    Eine kleine genehmigte Nutzung im Alltag erproben. Tatsächliche Nutzung, Raumqualität, Zugänge und Kosten mit dem vereinbarten Ausgangsstand abgleichen.

  4. Nach 6 Monaten

    Über Fortführung, Anpassung oder Beendigung entscheiden. Aus dem Versuch mit den Verantwortlichen die nächsten Entwurfs- und Betriebsschritte festlegen.

Das Ergebnis ist eine dokumentierte Entscheidung: fortführen, anpassen oder die Erprobung beenden. Nachfrage, Raumqualität und tragfähiger Betrieb müssen sie tragen. Der nächste Schritt benennt, was entworfen wird, wer Verantwortung übernimmt und welches Budget verfügbar ist.

Zeitbezug zählt

Was ist belegt, was braucht eine Prüfung?

2001
Das Stadtentwicklungskonzept verglich bereits drei Entwicklungsvarianten bis 2010. Das waren damalige Annahmen, keine heutigen Einwohner- oder Bedarfszahlen. Quelle: STEK 2001, Tabelle 3.11, S. 58.
2017
Das ISEK erfasst in der Altstadt 374 leerstehende von 1.568 Wohnungen, rund 24 %. Das ist ein historischer Ausgangsstand, keine heutige Leerstandsquote. Endbericht, S. 52 (PDF S. 58)
2020–2025
Neuere amtliche Einwohnerzahlen bilden die beobachtete Gemeindereihe. Der Wechsel der Zensusbasis ab 2022 begrenzt direkte Vergleiche über diese Grenze. Stadtzahlen ansehen

Von der Frage zur Entwurfsentscheidung

Welchen Ort in Ihrer Stadt sollen wir untersuchen?

MGA verbindet bestätigte örtliche Informationen, räumliche Analyse und einen eigenständigen architektonischen Vorschlag. Gemeinsam lässt sich ein konkretes Angebot entwickeln, sein Betrieb prüfen und eine Erprobung als Grundlage der nächsten Entwurfsentscheidung vorbereiten.